14.11.2017 16:39
Kategorie: Wohnungseigentumsrecht

OLG München: Übertragung einzelner Räume von einem Sondereigentum auf ein anderes

Zwei Wohnungen liegen direkt nebeneinander. Dem einen Wohnungseigentümer ist sein Sondereigentum zu groß geworden; er möchte einen Raum seines Sondereigentums auf seinen Nachbarn übertragen.

Nach der Entscheidung des OLG München im Beschluss vom 6. Juni 2017 (Az. 34 Wx 440/16, Bayern.Recht) ist dieses zulässig. Dieses war auch die bisher herrschende Auffassung. Dabei müssen die Miteigentumsanteile nicht verändert werden. Vielmehr überträgt der Sondereigentümer A einen bestimmten Raum an den Sondereigentümer B. Er trennt zu diesem Zwecke das Sondereigentum des Raumes von seinem Wohnungseigentum ab und überträgt diesen Raum dem Eigentümer des Wohnungseigentums B. Dieser verbindet ihn mit dem ihm gehörenden Sondereigentum an seiner Wohnung. Die Vertragsteile müssen sodann die Abschreibung des Raumes vom bisherigen Wohnungseigentum und den Vollzug des Eigentumsübergangs im Grundbuch bewilligen und die Bestandszuschreibung zu der Wohnung des Sondereigentümers B vornehmen.

Die übrigen Wohnungseigentümer müssen nicht zustimmen; die Zustimmung der Bank des Sondereigentümers A, die insoweit ein Grundpfandrecht eingetragen hat, ist indes einzuholen.

 
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