12.05.2017 14:00
Kategorie: Familienrecht

OLG Oldenburg: Ordnungsmittel gegen Kindesvater, der den Umgang verweigert

Das OLG Oldenburg hat mit Beschluss vom 28. Juli 2016, Az. 13 WF 55/16 entschieden, dass Ordnungsmittel gegen einen Vater verhängt werden können, der den Umgang mit seinen Kindern nachhaltig verweigert. Das OLG Oldenburg hat mit oben genannten Beschluss entschieden, dass angesichts der seelischen bis hin zur psychischen Schäden, die einem Kind in der Begegnung mit seinem es ablehnenden und zum Umgang nur gezwungenen Elternteils drohen, in der Regel zunächst einmal nicht davon auszugehen ist, dass ein derartiger Umgang des Kindewohl dienlich wäre. 

In dem Fall, der dem Beschluss des OLG Oldenburg zugrunde lag, verhielt es sich jedoch so, dass der Vater ohne Erklärung den Kontakt zu seinen drei Söhnen vollständig abbrach. Vorher zeigte dieser Interesse. Diese aus Kindessicht ansatzlose und abrupte Beendigung der Umgangskontakte stellte sich in erheblichem Maße kindeswohlgefährdend dar. Gegenüber den Verfahrensbeiständen als auch bei der Anhörung durch das Familiengericht äußerten alle Kinder einvernehmlich den sehnlichen Wunsch wieder Kontakt zum Vater zu haben. Der Senat kam deshalb zu der Überzeugung, dass auch eine zwangsweise Durchsetzung des nachdrücklich geäußerten Kinderwunsches in Form der Kontaktherstellung mit dem Vater dem Kindeswohl dienlich ist. Folglich kann der Umgang auch gegen den erklärten Willen des Umgangsberechtigten mit Ordnungsgeld im Anschluss an die Rechtsprechung des OLG Oldenburg, Az. 13 WF 55/16 durchgesetzt werden.

 
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