Insolvenzrecht

Das Insolvenzrecht regelt die Abwicklung wirtschaftlich gescheiterter Unternehmen und auch Einzelpersonen, wobei die Abwicklung nicht immer und zwingend in einer Zerschlagung und anschließender Verwertung der einzelnen Vermögensgegenstände bestehen muss. Seit dem 01.01.1999 gilt für die Bundesrepublik einheitlich die Insolvenzordnung (InsO), die die Vergleichsordnung und die Konkursordnung, zwei der sogenannten Reichsjustizgesetze, und die in den neuen Bundesländern in Kraft gewesene Gesamtvollstreckungsordnung ersetzt hat.

Mit der InsO ist also ein einheitliches Verfahren geschaffen worden, das insbesondere die Vorrechte bestimmter Gläubiger abgeschafft hat, auch wenn dieses Reformziel zur Zeit gesetzgeberisch zum Teil zurückgedreht werden soll, offensichtlich veranlasst durch finanzpolitische Bedürfnisse. Neu ist auch das Instrument des Insolvenzplanes, der einen in die Gläubigerautonomie gestellten, vom gesetzlichen Leitbild abweichenden Verfahrensablauf beinhalten kann. Bei Insolvenzen von Einzelpersonen ist mit der InsO erstmals in Deutschland die Restschuldbefreiung eingeführt worden, die dem redlichen Schuldner einen Schuldenerlass nach sechs Jahren verschafft, wenn er nicht gegen bestimmte Obliegenheiten verstößt. Auch im Bereich der Insolvenzen von Einzelpersonen bestehen zur Zeit auf politischer Ebene Reformüberlegungen, um eine Verfahrensvereinfachung und Verbilligung zu erreichen.

Es liegt auf der Hand, dass das Insolvenzrecht als Sonderrecht für wirtschaftlich gescheiterte Unternehmen zahlreiche Berührungspunkte mit anderen Rechtsgebieten hat, insbesondere dem Arbeits- und Betriebsverfassungsrecht, dem Gesellschaftsrecht und dem Steuerrecht.

International ist zu erwähnen, dass am 31. Mai 2002 die Verordnung (EG) Nr. 1346/2000 vom 29. Mai 2000 in Kraft getreten ist. Sie regelt für den europäischen Bereich im wesentlichen die internationale Zuständigkeit für die Eröffnung von Insolvenzverfahren, das anwendbare Recht und die Anerkennung von Insolvenzverfahren in anderen Mitgliedstaaten.

In unserer Praxis wird Rechtsanwalt Neukirchen regelmäßig als Insolvenzverwalter bestellt. Ferner stehen wir Ihnen bei allen Fragen zur Verfügung, die sich im Zusammenhang mit einem Insolvenzverfahren ergeben können, insbesondere

vertreten wir Sie

    • als Gläubiger in einem Insolvenzverfahren, etwa bei der Durchsetzung von Forderungen oder der Abwehr von z.B. Anfechtungsansprüchen gegenüber dem Insolvenzverwalter sowie
    • in arbeits-, betriebsverfassungs- und gesellschaftsrechtlichen Fragestellungen im Zusammenhang mit einer Insolvenz

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