Zwangsverwaltungsrecht

Das Zwangsverwaltungsverfahren ist neben dem Zwangsversteigerungsverfahren und der Eintragung einer Sicherungshypothek eine Form der Zwangsvollstreckung in Grundstücke, welche den Vorschriften der Zivilprozessordnung (ZPO) unterliegt und deren weitere Einzelheiten im Gesetz über die Zwangsversteigerung und die Zwangsverwaltung (ZVG) und der Zwangsverwalterverordnung (ZwVwV) gesetzlich geregelt sind.

Sinn und Zweck des Zwangsverwaltungsverfahrens ist, den titulierten Anspruch eines Gläubigers aus den Nutzungen des Grundstück, i. d. R. aus den Miet- und Pachteinnahmen, zu befriedigen. Im Unterschied zur Zwangsversteigerung, in der der Gläubiger die Befriedigung seiner Ansprüche aus der Substanz (Verwertung) der Immobilie sucht, werden im Rahmen der Zwangsverwaltung die aus dem Objekt erzielten Einnahmen (Miete, Pacht) nach Abzug der Bewirtschaftungskosten auf der Grundlage eines vom Gericht erstellten Teilungsplanes durch einen gerichtlich bestellten und überwachten Zwangsverwalter an die Gläubiger nach einer gesetzlich bestimmten Rangfolge verteilt. Durch die gerichtliche Anordnung der Zwangsverwaltung und die Einsetzung eines Zwangsverwalters wird dem Grundstückseigentümer die Benutzungs- und Verwaltungsbefugnis seines Grundbesitzes entzogen. Anstelle des Eigentümers muss der Zwangsverwalter als hoheitliches Organ seine Aufgaben wie ein verantwortbewusster Grundstückseigentümer erfüllen. Insofern muss der Zwangsverwalter den mit dem Grundbesitz verbundenen öffentlichen Pflichten nachkommen und eine vernünftige wirtschaftliche Nutzung des Grundbesitzes gewährleisten. Dabei soll der Zwangsverwalter unter Ausnutzung seiner ihm vom Gesetz eingeräumten Möglichkeiten mit eigenverantwortlichem Handeln den Zweck des Verfahrens erreichen und gleichzeitig für einen sachgerechten Ausgleich zwischen den widerstreitenden Interessen von Gläubiger und Schuldner sorgen.

Das Zwangsverwaltungsverfahren dauert fort bis zu einer etwaigen Befriedigung des Gläubigers oder einer entsprechenden Antragsrücknahme durch den Gläubiger, z. B. nach einem erfolgtem Verkauf des Grundstücks oder einer sonstigen Einigung mit dem Grundstückseigentümer, oder einer letztlich erfolgten Zwangsversteigerung des Grundstücks.

In unserer Praxis ist Dr. Bodo Brandau regelmäßig als gerichtlich bestellter Zwangsverwalter tätig. Bei der Durchführung seiner Aufgaben wird er hierbei von Bernhard Stroh sowie einem Team von fünf Sachbearbeitern unterstützt.