BGH: Wohnkosten bei Spitzenverdienern

Der BGH hat mit Beschluss vom 29.09.2021 zum Aktenzeichen XII ZB 474/20 entschieden, dass Kinder reicher Eltern auch einen besonders hohen Wohnbedarf haben. In der vorgenannten Entscheidung ermittelte der BGH diesen nach der Tabellengruppe, die sich aus dem zusammengerechneten Einkommen beider Elternteile ergab. Ergänzend berücksichtigte der BGH jedoch den erhöhten Wohnbedarf, der aufgrund der besonderen Lage gegeben war. Im Ergebnis entschied der Bundesgerichtshof dahingehend, dass der eheangemessene Unterhaltsbedarf im Sinne einer konkreten Bedarfsbemessung nach den Kosten zu ermitteln sei, die für die Aufrechterhaltung des in der Ehe erreichten Lebensstandards erforderlich sei. Demnach entspricht der konkrete Wohnbedarf dem, was der Unterhaltsberechtigte für eine dem ehelichen Standard entsprechende Ehewohnung aufzubringen hätte, wobei der konkrete Wohnbedarf sich aus der Kaltmiete einschließlich sämtlicher Nebenkosten ermittelt.

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