BGH: Aufwendungsersatzansprüche des WEG-Verwalters gegen die Gemeinschaft

Die Wohnungseigentümer beschließen die Durchführung einer Erneuerungsmaßnahme zu einem bestimmten Preis durch die Firma A. Anstatt diesen Beschluss der Wohnungseigentümer auszuführen, beauftragt der WEG-Verwalter die Firma B, die ein wesentlich günstiges Angebot abgegeben hat. Die Firma B führt die Arbeiten durch; der Verwalter bezahlt die Rechnung. Kurz darauf fällt die Firma B in Insolvenz.

Die Wohnungseigentümer nehmen nunmehr den Verwalter auf Erstattung des Betrages in Anspruch, den dieser an die Firma B gezahlt hat. Die Wohnungseigentümer genehmigen ausdrücklich nicht die Beauftragung der Firma B.

Die Vorinstanzen geben den Wohnungseigentümern Recht mit der Begründung, die Verwaltung sei nicht berechtigt gewesen, der Firma B den Auftrag zu erteilen. Ein WEG-Verwalter, der eigenmächtig Erhaltungsmaßnahmen am gemeinschaftlichen Eigentum durchführe, habe keinen Ersatzanspruch.

In seiner Entscheidung vom 10.12.2021 sieht der BGH dieses anders. Führe die Verwaltung Erhaltungsmaßnahmen durch, so hat diese grundsätzlich ein Anspruch auf Ersatz der hier bei der Geschäftsführung entstandenen Aufwendungen. Dass sich die Verwaltung über den Willen der Wohnungseigentümer hinweggesetzt habe, schließt diesen Anspruch nicht aus. Vielmehr würde dieses lediglich zu einer Verringerung des Ersatzanspruches führen, bei dem wiederum alle Umstände des Einzelfalles zu berücksichtigen seien.

BGH, Urteil vom 10.12.2021 – V ZR 32/21, BGH-Entscheidungsdatenbank